Martin Neumann's Blog

Serienstart Sternsagen – Der Stier

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Für universe2go habe ich Texte für die meisten Sternbilder geschrieben, die ich gerne ab und zu mit euch teilen möchte. Auch wenn sicher nicht alle Leser des morgenraums Astronomiebegeistert sind, hoffe ich doch, dass es allen gefällt. Würde mich freuen, wenn ihr mir mitteilt, was ihr von der Idee haltet. Den Anfang macht der Stier, den ihr zur Zeit im Süden bzw. Südwesten etwa halb-hoch am Himmel rechts oberhalb des Orions findet.

Taurus – Der Stier

Der Stier teilt das gleiche Schicksal am Himmel, wie Pegasus. Er ist nur halb zu sehen. Den Kopf des Stieres kann man leicht als liegendes V am Himmel ausmachen. Der helle, rötliche Stern Aldebaran bildet dabei das Auge. Zwei weitere helle Sterne in der Verlängerung des kleinen Vs, einer oberhalb von Orion, der andere ein Teil des Auriga-Fünfecks bilden die Spitzen der Hörner. Das kleine V besteht übrigens aus einem Sternhaufen, den Hyaden, welcher ein schönes Objekt für das Fernglas ist. Berühmt im Stier sind die Plejaden, das Siebengestirn, welche ebenfalls Teil eines Sternhaufens sind.

Mythologie
Auch der Stier ist mit einem amourösen Abenteuer des Zeus verknüpft. Die Königstochter Europa, Namensgeberin des Kontinents, spielte eines Tages mit ihren Gefährtinnen am Strand als plötzlich ein schöner Stier erschien. Sein Fell war weiss wie Schnee, sein Hörner glänzend wie polierte Bronze, seine Muskeln vor Kraft strotzend und sein Augen liebevoll. Und  das war sicher nicht übertrieben, denn Zeus selbst hatte sich als Stier verkleidet um die Gunst des Mädchens zu erringen, auf das er schon lange ein Auge geworfen hatte. Sie konnte natürlich nicht widerstehen, den Stier zu streicheln und seine Hörner mit Blumenkränzen zu schmücken, und als der sich wohlig schnaubend in den Sand legte, auf seinen Rücken zu steigen. Das war seine Chance. Er erhob sich, tänzelte ein paar Mal den Strand auf und ab wie ein Baywatch-Rettungschwimmer und demonstrierte der verdutzten Europa dann, dass er auch ganz toll schwimmen konnte. Die fand das zunächst ganz lustig, aber als die Küste ausser Sicht verschwand, wurde ihr klar, dass das kein gewöhnlicher Stier war. Der Stier ging auf der Insel Kreta an Land und Zeus zeigte sich nun der Geliebten in Gestalt eines schönen Mannes. Und was dann geschah, kannst Du dir sicher denken. Auf jeden Fall gebar Europa neun Monate später einen Sohn. Den nannte sie Minos und er sich selbst später König Minos von Kreta.

Ich wünsche Dir heute, dass Du siehst, wie göttlich Leidenschaft ist, auch wenn sie bisweilen seltsame Folgen hat.

Liebe & Licht
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Ein Kommentar

  1. Hallo Martin,

    ich finde die Idee klasse! :-) So kann ich noch mehr in unterhaltsamer Art und Weise über die Sterne lernen, die ich zur Zeit am Himmel sehe.

    Galaktische Grüße
    Ines :-)

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