Martin Neumann's Blog

Auriga – der Fuhrmann

| Keine Kommentare

Das Sternbild Fuhrmann ist ein charakteristische Fünfeck welches den sehr hellen Stern Capella enthält. Aber dem Fuhrmann erging es bei der Himmels-Flurbereinigung nicht besser als dem Pegasus und man hat ihm einen Stern weggenommen und dem Stier zugesprochen, damit dieser ordnungsgemäß zwei Hörner hat. Dem Fuhrmann fehlt seitdem der rechte Fuß, was uns aber nicht daran hindern sollte, ihn als Fünfeck zu erkennen. Der helle Stern Capella repräsentierte für die Griechen die Nymphe beziehungsweise Ziege Amalthea, deren Milch den Göttervater Zeus genährt hatte. Warum sie allerdings im Arm des Fuhrmanns gelandet ist, weiß keine Legende zu berichten. Aktuell kann man den Fuhrmann hoch am Himmel im Süd-Osten finden.

Mythologie
In der ursprünglichen Sage war der Fuhrmann, oder Wagenlenker, wie man korrekterweise sagen sollte ein Sohn des Schmiedegottes Hephaistos, welcher besser unter seinem römischen Namen Vulkan bekannt ist. Der Sohn hieß Erichthonios und wurde laut Ovid ohne Mutter geboren. Tatsächlich entsprang er direkt der Erdmutter Gaia und wurde von der Göttin Athene liebevoll aufgezogen und unterrichtet. Als junger Mann übernahm er die Herrschaft der Stadt, deren Schutzgöttin seine Ziehmutter war: Athen. Seine größte Tat war die Erfindung des Reiterwagens mit vier Pferden, nachdem Athene ihn gelehrt hatte, wilde Pferde zu zähmen und vor den Wagen zu spannen. Zeus war davon so angetan, weil bis dato nur der Sonnengott Helios einen solchen Wagen mit vier schwarzen Rössern besaß, dass er Erichthonios später als Anerkennung an den Himmel hob.

In einer späteren Sage war der Fuhrmann, oder Wagenlenker, wie man korrekterweise sagen sollte, ein Sohn des Hermes. Der Sohn hiess Myrtilos und war der Wagenlenker des Königs Oinomanos. Der wiederum hatte eine wunderhübsche Tochter namens Hippodameia, die er nicht so leicht an einen Freier hergeben wollte. Daher rief er einen Triumph-oder-Tod-Kontest für die Bewerber aus. Wer in einem Wagenrennen vor ihm Korinth erreichen könne, sollte die Hand seiner Tochter erhalten. Großzügigerweise schenkte er den Aspiranten einen halbe Stunde Vorsprung aber dank seiner windschnellen Pferde, seines windschnittigen Wagens und vor allem dank seines erfahren Wagenlenkers, mussten mehr als ein Dutzend mutige Bewerber ihren Kopf in Elis lassen. Ohne Körper, versteht sich. Hippodameia fürchtete wohl bereits als Jungfrau ihr Leben fristen zu müssen, als plötzlich der Held Pelops auftauchte, in den sie sich sofort wahnsinnig verliebte. Also umgarnte sie den Wagenlenker Myrtilos so lange, bis er ihr versprach, dafür zu sorgen, dass Oinomanos diesmal nicht als erster ankäme. Er war nämlich wahnsinnig verliebt in sie und konnte ihr daher keine Bitte abschlagen. Blöderweise hatte Myrtilus den Achsnagel der königlichen Wagens entfernt, so dass sich bei der wilden Verfolgungsjagd der Wagen des Königs überschlug. Myrtilos überlebte den Unfall. Der König nicht. So hatten es die Götter als Strafe für sein Morden beschlossen. Und der Held Pelops hatte jetzt nicht nur eine wunderschöne Braut sondern auch gleich noch ein ganzes Königreich dazu. Wäre da nicht das Problem namens Myrtilos, der jetzt verständlicherweise Ansprüche anmeldete. Ob er nur Geld wollte oder doch lieber Hippodameia wissen wir nicht, denn Pelops stieß ihn kurzerhand von einer hohen Klippe ins Meer. Im Fall noch rief der reingelegte Myrtilos einen Fluch aus, der Pelops und seine Nachkommen und noch viele Generationen von Tragödienschreibern beschäftigen sollte. Man stößt halt Menschen nicht so einfach ins Meer. Und Göttersöhne schon mal gar nicht. Myrtilos jedoch wurde auf Drängen seines Vaters Hermes von Zeus an den Himmel versetzt.

clear skies

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: