Martin Neumann's Blog

Gespräche am Morgen …

| Keine Kommentare

Am Freitag bin ich am frühen Morgen aus Israel zurückgekehrt. Es war eine äußerst spannende Woche und ich habe viel erlebt und gesehen in diesem, für mich bisher unbekannten, Land. Die Menschen haben mich mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem charmanten Hang zum Chaos, ihrer Kreativität, Innovationskraft, Freundlichkeit und ihrer Hilfsbereitschaft sehr beeindruckt. Als ich hier aus dem Flugzeug gestiegen bin, habe ich erstmal einen Temperaturschock bekommen. Am Montag hatte ich noch 40°C am toten Meer und auch in Tel Aviv sank das Thermometer nicht unter 25°C. Gänsehaut war vorprogrammiert. Die Mienen der Menschen am Terminal waren eher verschlossen, was wahrscheinlich auch an der frühen Uhrzeit lag und am vorherrschenden Wetter. Mein erster Gang auf dem Weg zum Bus zurück nach Bonn, führte mich dann auch erstmal zum Stand mit den Heißgetränken. Innerliches Aufwärmen. :-)

Danach ging es dann weiter zur Bushaltstelle und der Herausforderung am Automaten ein Ticket zu ziehen, was auch kein größeres Problem darstellt, so lange man im Besitz von Kleingeld und nicht von 5 Euro Scheinen ist. Es kam wie es kommen musste. Der Automat verweigerte die Annahme. Zur Not wäre ich schwarz gefahren (ohne mein Zusatzticket), denn es gab ja den eindeutigen Hinweis der SWB das Ticket vor Antritt der Fahrt am Automaten zu ziehen (keine Ausnahme von der Regel). ;-)

Ein weiterer Fahrgast, der auch wartete sagt aber, dass der Busfahrer das Geld annehmen würde und auch Wechselgeld bereit hielt. Also schon mal ein kleine Herausforderung weniger. Über dieses kurze Thema kamen wir dann ins Gespräch. Ein Fakt war, das er keinen Fernseher und auch kein Radio besitzt und es ihn nicht interessiert. Er liest lieber Bücher und bekommt Nachrichten über die Kolleginnen oder Kollegen. Ich fand  den bewussten Verzicht auf diese Medien sehr erstaunlich. Im weiteren Verlauf unseres Gespräches haben wir noch über viele andere Dinge geredet und philosophiert, wie zum Beispiel Yoga, Mitarbeiterführung, die Änderungen in der Wirtschaft/Gesellschaft, die Natur, das Niedrigwasser im Rhein und das der Mensch sich erst dann weiter entwickelt, wenn er in die Krise gerät. Die Fahrt verging wie im Flug und am Ende stellte sich heraus, dass wir noch zusammen in die gleiche Richtung von Bonn mussten. Wir konnten also noch ein wenig weiter philosophieren. Es war einfach ein kurzweiliger Morgen und hat mir das Ankommen zuhause erleichtert. Was ich am bemerkenswertesten fand war, dass dieser Mensch eine Sensibilität aufwies, die mich wirklich beeindruckt hat. Ich konnte merken, dass er in seiner Mitte ruhte und sich nicht verstellen musste/wollte. Mit beiden Beinen im Leben oder auch gute Erdung würden viele es nennen.

Für heute wünsche ich dir außergewöhnliche Begegnungen, die einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen. Oft sind es diese Momentaufnahmen, die uns neue Impulse für unser Leben geben. Mich hat dieses Gespräch am Morgen sehr bereichert und ich danke diesem Menschen, der mir seine sensible Seite gezeigt hat. Es gibt mir Hoffnung, dass es noch mehr von uns gibt, die bewusst anders denken, fühlen und leben. Man muss nur genau hinschauen und hinhören.

Om Shanti. Om Frieden.
ines :-)

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: