Martin Neumann's Blog

Meermittag …

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Als ich heute am Rheinufer stand und den Wind in den Bäumen rauschen hörte, konnte ich beim Schließen meiner Augen das  Meer sehen. Ich mag dieses Wechselspiel von Zart- und Rauhheit, diesen Duft von Algen und Salz, das Geräusch der Wellen, diese Unbegrenztheit.

Hermann Hesse hat in seinem Gedicht “Meermittag” sehr schön zusammengefasst:

Das ist so süß wie Traum und Tod:
Von Glut und Stille müd und schwer
Zu ruhn in einem Fischerboot
Im herben Duft von Salz und Teer.
Der kurzen Pfeife Wolkenspiel
Folgt lang das Auge ohne Ziel,
Bis es gebannt und müde ruht
In blauer Mittagssonnenglut.
Da segeln hoch in stetem Ziehn
Die weißen, losen Wolken hin,
Fernher mit kaum gehörtem Pfiff
Gibt Kunde seiner Fahrt ein Schiff.

Die Flut in träumerischem Spiel
Verlecht mit dumpfem Laut am Kiel;
Das schlaffe Segel feiert leer
Die Netzeschnur schleift hinterher.

Und alles, was dich sonst bewegt,
Und alles, was in Glück und Weh
Dir irgendwann das Herz erregt,
Ruht tief und schlummert in der See.
Dein Herz, so wild es sonst gebrannt,
Wird wieder still, wird wieder Kind
Und ruht wie Sonne, Meer und Wind
In Gottes Hand.

Heute wünsche ich Dir das Wechselspiel des Meeres. Nimm es an, und lass dich tragen. Geniesse den Moment des Seins. Alles ist eins.

Om Shanti. Om Frieden.
Ines :-)

 

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