Martin Neumann's Blog

Tagebuch eines Erfinders – das dunkle Mittelalter

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IMG_2406.JPGEs gibt nur ganz wenige Dinge aus meiner Kindheit, an die ich mich so klar und so detailliert erinnern kann, wie an den Kauf eines Fischertechnik-Bausatzes mit Motor.

Es war bei Kaufring (den es schon lange nicht mehr gibt) in der ersten Etage. Man musste eine runde Treppe hochgehen, dann hinter der Kasse rechts nach hinten durch und dann links im Regal. Da lag er: der Karton der Erfüllung nun endlich für uns erreichbar für fast unvorstellbare 69,90 DM. Ich weiß nicht mehr, wie mein Bruder und ich zu einer Zeit in der wir 20 Pfennige Taschengeld pro Woche bekamen dies Sparziel erreicht haben. Eiserne Disziplin? Mentale Manifestation? Wunder? Oder war es einfach der unbeugsame Wille des Haben-Wollens? Egal. Es war wunderwar; Wir bauten Raupen und Bagger und Maschinen und Kräne. Wir waren kreativ und erfinderisch im allerbesten Sinne des Wortes.

Leider habe ich den Kasten nicht mehr. Stattdessen habe ich mal als gutverdienender Manager aus Nostalgie einen Riesenkarton Fischertechnik für 70 Euro (“Peanuts”) bei eBay ersteigert. Da sind 50 Mal so viele Teile drin.
Habe fast noch nie was damit gebaut. (Ausser einen Teddybären-Aufzug im Treppenhaus…)

Die Lego-Fans nennen das the Lego Dark Age. Das dunkle Mittelalter in dem Du vergisst, wie viel Spass dieses kreative Design neuer Formen und das Lösen von technischen Problemen war. Das ist ja nur Spielerei. Das machen erwachsene Menschen nicht.

Doch irgendwann kann es dich wieder packen und Du erlebst deine ganz eigene Renaissance. Das muss übrigens nicht mit Lego oder Fischertechnik oder überhaupt mit etwas technischem sein. Kann auch Musik sein. Oder Malen. Oder Handarbeit. Oder was weiß ich.

Wichtig ist nur, dass Du das Kind in dir wiederentdeckst, bevor Du ins Gras beißt. Es ist dein Leben – mach was draus!

Liebe & Licht

 

 

4 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    diesen Bausatz kenne ich auch noch. War schon fantastisch was damit alles gebaut werden konnte.

    Mich hat es letztes Jahr mit der Malerei wieder gepackt. Ich habe glaube ich das letzte Mal mit 14 Jahren was gezielt gezeichnet. Heute ist das natürlich alles irgendwie anders, aber auch spaßig. Es gibt Youtube-Videos mit Anleitungen, Tipps und Tricks zu Zeichnungen, schon fast einfacher als damals.

    Als Erwachsener geht man auch ganz anders an die Sache dran, es macht aber genau so Spaß wie damals. Ich bin motiviert immer weiter zu machen. Es lässt mich in andere Welten abschweifen, auch wenn die Zeichnungen nicht so toll wie bei richtigen Künstlern aussehn. Es ist eine Art Meditation, das Konzentrieren auf einen Punkt, für den Momente. Man kann Sorgen vergessen oder auch verarbeiten, tolle Sache! :)

    Falls Du mal gucken willst ein paar meiner “Kunstwerke” habe ich hier eingebunden: http://blog.dragonito.net/instagram/

    Bis denne

    Robin

  2. Auch ich denke gerne an meine schöne Kindheit und habe dies beispielsweise in meinen Blog unter dem Thema “Kindheitserinnerungen” festgehalten. Erinnern macht echt Spaß!
    LG
    Astrid

  3. Pingback: Wie man das fischertechnik Dark Age überwindet. | der fischertechnik-blog

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