Martin Neumann's Blog

Ich packe meinen Koffer und nehme …

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Kennt Ihr auch noch dieses Spiel? In der Schule wurde es oft zum Abschluss des Schuljahres kurz vor den großen Ferien gespielt. Einer fing an und dann ging es weiter mit dem Nächsten, der zu dem Gegenstand des Vorgängers noch etwas in den Koffer dazu gab. Und so wurde die Liste immer länger und es war schwierig alles zu behalten. Wahrscheinlich hätten die ganzen Dinge eh nicht in den Koffer gepasst. ;-)

Weniger ist Me(h)er

Wenn ich demnächst wieder meine festen 4-Wände gegen schwankenden Untergrund tauschen werde, haben ich und Ulli  ein schwimmendes Zuhause  mit einer Koje in einer kleinen Kabine. Da musst Du gut schauen, was Du in den Seesack packst und mitnimmst. Beschränkung auf das Wesentliche. Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie wenig man auskommen kann und so wird es diesmal wieder meine Aufgabe sein, genau zu schauen, abzuwägen ob das ein oder andere wirklich nötig ist und gebraucht wird. Manchmal frage ich mich, warum wir das nicht öfter in unserem Leben tun? Warum ist es so erstrebenswert einer Norm zu folgen?

Wenn ich achtsam durch mein Leben gehe, dann gelingt es oft gut loszulassen und anzunehmen, was ist. Stehe ich unter Druck wird es schwierig. Das Bewusstmachen scheint mir an dieser Stelle der Schlüssel zu sein. “Wissensklar” wie Adriaan immer sagte. Wenn ich diese Voraussetzung erfülle lebe ich ganz im Moment und bin bei der Sache, beziehungsweise bei mir. Wenn ich sitze, sitze ich. Wenn ich stehe, stehe ich. Nicht mehr und nicht weniger. Basta.

Dazu gibt es auch eine kleine Geschichte:

Ein Zen-Mönch wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könnte.

Er antwortete:
Wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich …

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: Das tun wir doch auch, aber was machst du darüber hinaus?

Er sagte wiederum:
Wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich …

Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch.

Er aber sagte zu Ihnen:
Nein, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …

Na, schon geschmunzelt und dich selbst wieder erkannt? Für heute wünsche ich dir, dass wenn du deine Koffer packst oder eine andere Aufgabe zur Erledigung auf deiner Agenda steht, dies mit Bewusstheit tust. Mach einfach eine kleine Übung daraus und achte auf deinen Geist, ob er wirklich bei der Sache ist, oder vielleicht doch schon beim Mittagessen oder sonstwo in diesem großen Universum. Lass Dich nicht austricksen und bleib fokusiert. Atme und erfahre.

Om Shanti. Om Frieden.
Ines :-)

 

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