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Glückstraining No. 7

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Die siebte Übung ist vielleicht die schwierigste von allen: Vergebung üben. An Gelegenheiten zum üben mangelt es nicht. Dem Partner, der den Hochzeitstag vergessen hat. Dem Bruder, der uns gekränkt hat. Dem Freund, der uns im Stich gelassen hat. Aber auch dem, der uns auf der Autobahn die Spur abgeschnitten hat. Dem Servicemitarbeiter, der einen Fehler gemacht hat. Dem Arbeitskollegen, der uns die Tabelle nicht rechtzeitig geschickt hat.

Warum sollten wir überhaupt vergeben? Ein Mönch kam eines Tages in den Himmel und sah einen Atheisten, der oft über Gott gespottet hatte. Da ging er zu Gott und fragte ihn: „Sind wir Gläubigen dir nicht viel wertvoller als die, die dich hassen?“. Gott antwortete: „Mir sind alle Menschen gleich wertvoll, aber die, die mich hassen, denken häufiger an mich.“. Tatsächlich dient die Vergebung vor allem dem, der vergibt. Wenn Du nicht vergibst, lebt die schlechte Tat als schädlicher Gedanke noch lange in deinem Kopf und quält dich, und nicht den, der die schlechte Tat begangen hat. Bill Clinton fragte Nelson Mandela, wie es ihm möglich gewesen sei, seinen Peinigern im Gefängnis zu vergeben. Nelson antwortete: „Wenn ich ihnen nicht vergeben hätte, säße ich immer noch im Gefängnis.“

Sag‘ einfach ‚Nein‘ oder weil das zu einfach wäre, hier ein paar Tipps:

1) Stell Dir vor, Du könntest vergeben
Probiere es einmal: Denke an die Person, die dir verletzt, gekränkt oder schlecht behandelt hat und stelle Dir bildhaft vor, dass Du ihr vergibst. Was fühlst Du dann? Versuche dich ganz auf deine Gefühle zu konzentrieren. Was für Gedanken kommen hoch? Was sagst Du zu der Person? Was antwortet die Person?

2) Schreibe einen Brief
in dem Du der Person vergibst. Du brauchst den Brief nicht absenden. Ihn zu schreiben reicht. Aus Studien weiß man, dass alleine der Akt der Vergebung einen heilenden Effekt haben kann. Dazu braucht es nicht unbedingt den Kontakt zu Person, der man vergibt.

3) Lese das Buch ‚Eine neue Erde‚ von Eckhart Tolle
Ein ganz, ganz tolles Buch, das ich sicher noch viele Male lesen werde.

Es gibt ein Kickstarter-Projekt ‚Forgiveness‚, dass ich unterstützt (gefunded in neudeutsch ;-)) habe. Bin sehr gespannt auf den Film.

Abschliessend möchte ich sagen, dass dieses Thema für mich sehr schmerzhaft ist. Ich habe einem geliebten Menschen erst vergeben können, nachdem er gestorben ist. Und wenn ich nur einen einzigen Wunsch frei hätte in meinem Leben, ich würde ihm gerne noch einmal begegnen und sagen: „Ich liebe Dich, Papa, und weiß, dass Du ein guter Mensch bist.“.

Liebe & Licht
Martin

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