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Fußspuren

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Eine Geschichte, die viele von euch vielleicht schon kennen, und die mich immer wieder sehr bewegt, ist die von den Fußspuren Gottes. „Eine Frau ging mit Gott am Strand spazieren. Und als sie sich umschaute, sah sieh zwei Fußspuren, die nebeneinander liefen. Und sie erkannte, dass diese Spuren ihr ganzes Leben zurückreichten. Da sagte sie: ‚Gott, Du hast mich mein ganzes Leben lang begleitet. Nur in den Zeiten, als ich Dich am meisten brauchte, hast Du mich offensichtlich verlassen, denn ich sehe nur eine Fußspur.‘ Gott antwortete: ‚Ich war immer bei Dir. In diesen Zeiten, in denen Du nur eine Spur sehen kannst, habe ich Dich getragen.'“

Viele Menschen bewegt diese Geschichte, andere lehnen sie ab. Weil sie anscheinend suggeriert, dass wir nicht selbstständig mit unseren Schwierigkeiten fertig werden können. Dass wir einen Mangel haben und bedürftig und abhängig sind. Dieses Denken entspringt dem Ego, dessen Gefühl von Mangel nie befriedigt werden kann.

Ich möchte noch eine andere Sichtweise der Geschichte wagen: Vielleicht geht es gar nicht so sehr, um das Tragen, das Unterstützen, das Helfen. Wenn jemand neben uns läuft, können wir in klar und deutlich sehen. Wenn uns aber jemand auf seinen Schultern trägt, sehen wir ihn nicht, egal in welche Richtung wir schauen. Das ist für mich eine noch schönere Deutung dieser Geschichte: dass wir Gott nicht sehen können, wenn wir ihn am besten gebrauchen könnten. Vielleicht brauchen wir ihn sogar dann am meisten, wenn wir ihn nicht sehen können. Ihn aber stört das nicht. Er ist immer da, ob wir ihn sehen oder nicht. Genau wie Dein Herz, dass für Dich schlägt, deine Nieren, die dein Blut reinigen, dein Magen und dein Darm, die dich mit Nährstoffen versorgen, und die 10 Billionen winzigen Untermieter, die Dir dabei helfen, der zu sein, der Du bist.

Ich wünsche Dir heute, dass Du realisierst, wenn auch nur für einen winzigen Moment, von wie vielen kleinen und großen Wundern dein Leben abhängt.

Liebe & Licht
Martin

2 Kommentare

  1. Lieber Martin,

    diese Geschichte berührt mich auch immer wieder tief und danke, dass Du Sie hier veröffentlichst.

    In meiner momentanen Situation hadere ich auch oft. Vieles wird aber in der Nachbetrachtung klarer und Du merkst wie Deine Gedanken, Dich in die Illusion geführt haben.

    Für jede Erfahrung, jede Freundlichkeit, jede Kritik versuche ich dankbar zu sein, denn sie helfen mir zu wachsen und Gott in dem zu erkennen, was momentan da ist.

    Im Vedanta würde man sagen, Gott gibt Dir genau das, was in diesem Moment für Dich richtig ist. Er/sie sorgt für Dich. Hab Vertrauen.

    Ist das nicht ein wunderbares Geschenk?

    Om Shanti, Om Frieden.
    Ines 🙂

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