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Wer bin ich?

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Zur Zeit höre ich wieder viel Alan Watts, ein britischer Philosoph, der in den 60er und 70er Jahren gelehrt hat. Es geht um die zentrale Frage: „Wer bin ich?“. Wo beginnt „Ich“, wo endet es? Zeitlich: Bei der Empfängnis? Bei der Geburt? Beim Tod? Räumlich: im Kopf? An der Hautoberfläche? Was ist mit dem Atem? Wird er zum „Ich“ beim Einatmen? Was ist mit der Nahrung? Und sind die 10 Billionen Bakterien, die in mir wohnen auch Teil meines „Ichs“? Bin ich wirklich ein separates Ego eingeschlossen in einem Hautsack?

Die Quantenmechanik lehrt uns, dass jedes mit jedem wechselwirkt, und dass das Phänomen des Zum-Einzelnen-Ding-Werdens eine Folge der Beobachtung ist. Das bedeutet, dass es einen Beobachter geben muss, sonst gibt es kein Ding, sondern nur Potential*. Das so auszudrücken ist problematisch, weil man es so leicht falsch (= esoterisch) verstehen kann. Denn das Potential selbst ist bereits Realität. Beobachter und Ding sind nicht trennbar.

Die Frage „Wer bin ich?“ ist die profundeste Frage, die wir stellen können. Sie scheint müßig. Ist sie aber nicht. Denn wenn wir dahin gelangen, dass wir uns als Teil des Ganzen verstehen, nicht nur intellektuell, rational, mathematisch oder auch romantisch, sondern wirklich mit unserem Bewusstsein, dann verändert es unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen und unserer Umwelt. Wer würde schon tiefe Wunden in die Haut der Erde reißen, wenn er spürte, dass es seine eigene ist?

Es ist leicht sich der Idee des Einsseins philosophisch zu nähern. Und es ist so schwierig, sich nicht getrennt von der Welt zu fühlen, nicht wahr?

Ich wünsche Dir heute, dass Du ein ganz kleines bisschen die Verbindung mit dem ganzen Universum spürst. Vielleicht fängst Du mit den Menschen, denen Du heute begegnest an?

Liebe & Licht
Martin

* Genau gesagt: eine Superposition von quantenmechanischen Eigenzuständen, die sich durch Wellenfunktionen beschreiben lassen, aber Potential kommt dieser Idee m.E. am nächsten.

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