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Siddharta – alte und neue Wahrheiten

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Auf der Fahrt zum und vom Muskifestival haben wir Siddharta von Hermann Hesse als Hörbuch gelauscht. Es ist sehr interessant dieses intensive Buch nach 30 Jahren zu erleben. Es ist immer noch das gleiche Buch, und ich bin immer noch der gleiche Mensch, aber teilweise ist es heute eine ganz andere Botschaft, die mir aus dem Buch erklingt.

Wunderschön und verzaubernd immer noch die würdevolle Sprache Hesse’s. Heute habe ich ein ganz anderes Verständnis über das zentrale Thema des Buchs, dass die Wahrheit des Lebens nur gelebt und nicht gedacht werden kann. Angereichert um das Wissen, wie unendlich schwierig das ist, was mir in der Jugend als einfach, ja quasi als zwingend notwendig erschien: ein guter Mensch zu sein.

Aber es gibt auch Abstand zu nicht so nützlichen Glaubenssätzen, die mir nun klar aus dem Buch hervorstechen. (Und die teilweise in mir wohnen…) Wie zum Beispiel die Idee von den erleuchteten Momenten, in denen sich das Leben wendet und wir auf eine erhabenere Stufe steigen. Wie viele von uns sind dieser Idee erlegen und auf der Suche nach danach? Heute bin ich fest davon überzeugt, dass die Weisheit jeden Moment nur durch Tugend erlangt werden kann, Moment für Moment für Moment. Ich denke, das Hesse diese Weisheit hatte, aber die Dramaturgie des Werkes verlangt nach Höhepunkten. Das ist gut und richtig. Nur eben nicht nützlich, wenn man dies (noch) nicht richtig einzuordnen vermag.

Auch den Hochmut gegenüber den „Kindermenschen“ kann der Leser in diesem Buch finden, wenn er ihn mitbringt. Hesse hat ihn sicher nicht dort hinein getan.

Ich bin sehr dankbar für dieses unerwartete Geschenk. Und wie damals tief bewegt.

Ich wünsche Dir heute, dass Du entdeckst, dass Wahrheiten kein Verfallsdatum haben. Auch wenn unsere Perspektiven auf sie dem ewigen Wandel der Zeit unterliegen.

Liebe & Licht
Martin

2 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    dein heutiger Blog hat mich berührt und daran erinnert, wie ich das Buch zum ersten mal gelesen habe. Danke.
    Was ich gedacht und gefühlt habe. Wie ich jugendlich idealistisch die Gedanken habe fliegen lassen – und wie ich heute ganz anders verzaubert bin vom Buch.
    Meine „Wahrgebung“ hat sich verändert. Der Idealist in mir ist ruhiger geworden.
    Was das Sinnbild des Flusses ausmacht, verstehe ich heute neu.
    Die Balance zu halten zwischen Traum und Tat, zwischen innerer Ruhe und Aktivität, ist der Kern meines Lebens heute. Und immer im Fluss.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben

    ein spannendes liebevolles Leben

  2. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

    (Siddhartha Gautama)

    Ein klasse Blog zu einem meiner Lieblingsbücher. Danke für den Anstoß es mal wieder zur Hand zu nehmen und neu zu lesen.

    Herzliche Grüße und einen entspannten Abend
    Ines 🙂

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