morgenraum

deine tägliche Dosis Inspiration

Wenn einer eine Reise tut …

| 2 Kommentare

Als heute gegen Morgen der Regen gegen das Fenster trommelte, kam auf einmal die Erinnerung an meine erste Reise und ich sah mich wieder in dem Zimmer der Jugendherberge in Schweden, in dem ich den Entschluss fasste, meine Reise zu beenden und wieder nach Hause zurückzukehren. Dazu später noch mehr.

Mit 17 Jahren bin ich zum ersten Mal alleine verreist. Von meinem Azubigehalt habe ich mir ein Interrail-Ticket gekauft und bin im Sommer los Richtung Skandinavien. Meine Ziele waren Norwegen, Schweden und Dänemark. Ich habe keine große Planung gemacht, außer für die Fährüberfahrt von Kiel nach Oslo. Im Gepäck meines Rucksacks war neben der Kleidung, Schuhen, Toilettenartikeln und Tütensuppen ein Zugfahrplan und ein Jugendherberbgsverzeichnis. Ein Zelt hatte ich damals noch nicht. Als es dann losging, war in mir eine große Vorfreude, die die Angst des alleine Reisens komplett überwogen hat.

Auf meiner Reise habe ich viele interessante Menschen getroffen, die mich ein Stück weit auf dem Weg begleitet haben und mit denen ich meine Erlebnisse teilen konnte. Das waren sehr schöne Momente, denn Du fühlst Dich als ein Teil einer großen Familie. Damals war mir noch nicht klar, dass es durchaus Momente geben wird an denen ich mich einsam fühlen werde.

Heimweh – Was ist das?

Nach circa 2 Wochen durch Norwegen und Nordschweden, bin ich dann in die Region Dalarna (Mittelschweden) gekommen. Als ich in der Jugendherberge ankam, war ich der einzige Gast. Ich habe mich ziemlich alleine gefühlt. Es war niemand da, mit dem ich mich hätte austauschen können. Heute würde ich diesen Moment geniessen. An diesem besagten Tag war es sehr warm und in der Nacht gab es ein starkes Gewitter. Und auf einmal war es da – Heimweh. Das war ein Gefühl, dass ich noch gar nicht kannte und das mich kalt getroffen hat. Wenn früher meine Mitschüler auf Klassenfahrten Heimweh bekommen hatten, dann konnte ich das nie verstehen. Und jetzt war ich selbst in der Situation. Was also tun? Am Morgen stand mein Entschluss fest. Ich wollte wieder nach Hause zurückfahren. Das fühlte sich gut an und so habe ich es dann auch umgesetzt. Die Rückreise ging über Stockholm (mit 2 Tagen Aufenthalt um noch mal meinen Entschluss zu prüfen) und Hamburg, zurück nach Remscheid.

Meine Mutter hat nicht schlecht gestaunt, als ich wieder vor der Haustür stand. 🙂

Heute sehe ich diese erste Reise als ein großes Lehrstück. Ich habe es geschafft mich von zuhause abzunabeln, auf eigenen Beinen zu stehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus durfte ich meine Grenzen erfahren. Ich habe gelernt, dass ich Fehler machen darf und dass der Zweifel an der eigenen Stärke/dem eigenen Mut mit zum Leben gehört.

Es gibt ein wunderbares Video „Made in Iceland“ von Klara Harden, die alleine auf Island gewandert ist. Ich finde es passt gut zu diesem Blogeintrag.

Heute wünsche ich Dir, dass Du einmal in deinen Erinnerungen schwelgst und achtsam schaust, welche Lehrstücke dir geschenkt worden sind, mit denen du wachsen, reifen und Lebenserfahrung sammeln konntest. Ist das Leben nicht wundervoll?

Om Shanti.Om Frieden.
Ines 🙂

2 Kommentare

  1. Hallo Ines,

    vielen Dank für das Teilen dieser schönen Geschichte. wünsche Dir noch einen gemütlichen throw-back-sunday 😉

    liebe Grüsse
    Martin

  2. oooh ja,
    diese Erfahrungen hat wohl fast jeder gemacht und seine eigenen Grenzen gesteckt.
    Und diese Erkenntnisse sind sooooo wichtig.
    Lieben Gruß,
    Melanie

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.