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Technologie-Angst

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Gestern habe ich wieder meine Vorlesung über Spracherkennung an der Uni gestartet. Bei der Analyse der Stärken und Schwächen wurde von den Studenten (E-Technik) als Schwäche mehrfach genannt, dass sie uns abhängiger von der Technik macht. Das wollte ich zunächst nicht gelten lassen, weil es nicht spezifisch für Sprachsteuerungen ist, und so entbrannte eine kleine Diskussion. Für diese Generation ist die „normale“ Elektronik Bestandteil der Denkwirklichkeit, soll heissen, Handy, Smartphone, Kaffeeautomat, elektrische Zahnbürste, iPod, Computer, Flachbildschirm , Autoradio mit mp3, und überhaupt die ganze unsichtbare Fahrzeugelektronik usw. gehören zu den integralen Bestandteilen des Lebens. Ihr Funktionieren wird vorausgesetzt und wir haben keine Angst vor ihrem Ausfall. Es ist zwar ärgerlich, wenn es doch passiert, aber da jeder von uns das schon einmal mit dem einen oder anderen Gerät erlebt hat, haben wir keine Angst davor.

Ist das nicht interessant? Hätte ich vor 30 Jahren mit Studenten über tragbare Computer, GPS, Google, eMail, oder Fahrzeugelektronik diskutiert hätte mit Sicherheit Angst vor der Abhängigkeit von diesen Technologien eine große Rolle gespielt. Heute nehmen wir diese Dinge als selbstverständlich hin.

Ich liebe es, ganz verschiedene Dinge zu vergleichen und Analogien aufzudecken. Diese Angst vor der unbekannten Technologie ist vergleichbar mit der Angst vor dem eigenen unbekannten Potential. Beruflich und zwischenmenschlich tue ich heute ganz selbstverständlich Dinge, die mir vor 20 Jahren noch den Angstschweiss auf die Stirn getrieben hätten. Etwa, weil ich heute immer alles richtig mache? Mitnichten! Ich habe keine (große) Angst mehr vor diesen Dingen, wie zum Beispiel vor vielen Menschen zu präsentieren, weil ich schon oft Fehler gemacht habe, und daraus gelernt habe, dass davon die Welt nicht untergeht.

Wenn wir wachsen wollen, müssen wir unsere Komfortzone verlassen und unsere Angst aushalten. Aber das ist ein ganz eigener Blog-Beitrag. Stay tuned 😉

Was ist für Dich heute selbstverständlich, was Dir noch vor 10 Jahren undenkbar erschien?

Ich wünsche Dir heute, dass Du etwas machst, was Dich aus Deiner Komfortzone lockt, und wo Du merkst, dass es gar nicht so schwierig war, wie Du befürchtet hast.

Liebe & Licht
Martin

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