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Himmels- und Höllentore

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Eines Tages kam ein Samurai zum Zen-Meister Hakuin und fragte ihn „Wo ist das Tor zu Himmel? Und wie vermeide ich das Tor zur Hölle?“ Hakuin fragte ihn „Wer ist Du?“, und er antwortete, „Ich bin ein Samurai, ein Führer der Samurai und selbst der Kaiser achtet mich.“ Da lachte Hakuin und sagte, „Was? Du wilst ein Samurai sein? Du siehst aus wie ein Bettler.“ Da zog der Samurai voller Zorn sein Schwert und machte sich bereit Hakuin auf der Stelle zu töten. Doch Hakuin lachte erneut und sagte, „Hier öffnet sich das Tor zu Hölle.“ Da begriff der Samurai und steckte das Schwert zurück in die Scheide. Da lächelte Hakuin und sagte, „Hier öffnet sich das Tor zum Himmel.“

Kleine Kinder haben in dieser Hinsicht viel vom Meister Hakuin. Sie zeigen uns ständig das Tor zum Himmel und zur Hölle. Oberflächlich könnte man meinen, das Himmelstor öffnet sich, wenn sie süß sind, und unser Herz erfreuen. Und das Tor zur Hölle öffnet sich, wenn sie quengelig und scheinbar mit allem unzufrieden sind. Das hiesse aber, die Tore außerhalb von sich selbst zu sehen. Sind sie aber nicht. Das Himmelstor der Bewusstheit kann sich auch öffnen, wenn die Kleinen furchtbar sind, wenn wir erkennen, dass auch sie Spielball ihrer Launen sind. Und das Höllentor der Unbewusstheit kann sich auch öffnen, wenn die Kleinen ach-so-süß sind, wenn wir dadurch nur unseren Stolz befriedigt sehen. Die Tore sind immer da in uns. Es liegt ganz im deiner Hand, durch welches Du schreitest. Moment für Moment für Moment für Moment.

Ich wünsche Dir heute, dass Du immer das richtige Tor betrittst. Welches das ist, weißt nur Du.

Liebe & Licht
Martin

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