Morgenraum

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Das verflixte Betriebssystem …

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Ja, da hat mich die Technik doch wirklich eingeholt und meinen Rechner so mehr oder minder auf’s Altenteil geschickt. So ist das nun mal, wenn man die Updates des Herstellers ignoriert bzw. darauf hofft, dass sich doch alles von selbst regelt. Pustekuchen. Viele andere Programme mochten nicht mehr mein altes und liebgewonnenes Betriebssystem und streikten, wenn ich sie aufrufen wollte, ganz nach dem Spruch „Wie sie sehen, sehen sie nix.“. Blackbox.

Also erstmal schlau gemacht, was zu tun ist. Der Computerfachmann meines Vertrauens ist mein guter Freund Robin, der mir dann auch gleich mit Rat und Tat weitergeholfen hat. Aber es kam, wie es kommen musste. Die CD für das Update war verschwunden. Also noch ein bisschen warten und CD für das Update bei Apple bestellen. Ging dann auch relativ fix und danach konnte Robin aus dem Vollen der IT-Welt schöpfen. Derweil versuchten Ulli und ich, die virtuelle Kommunikation auf vielfältige Art und Weise in Angriff zu nehmen. Videotelefonie mit Skype über das Tablet funktionierte. Nur hat mein Tablet keine Kamera im Display integriert und so konnte ich Ulli sehen, er aber nur das Bild meines Wohnzimmertisches. War schon recht lustig. 😉

Worauf ich hinaus will? Warten hat viel mit Achtsamkeit zu tun.

Dieser technische Blackout hat mir gezeigt, wie sehr wir doch von der Technik abhängig sind  und diese auch oft unser tägliches Leben
mitgestaltet. Kommunikation passiert inzwischen immer auf dem schnellsten Weg und wenn eine Rückmeldung nicht gleich kommt, gerät unsere Welt ein wenig aus den Fugen. Oft kommt es mir vor, als hätten wir die Langsamkeit verlernt, den bewussten Rückzug aus der Schnelligkeit. Dabei gibt es doch so viel zu entdecken. Es gibt mir soviel Zeit bei mir zu sein und mich um meine Bedürfnisse, im ganz banalen Alltag zu kümmern. Mal wieder hinfühlen und spüren, was gerade auf der persönlichen Agenda anliegt. Achtsam sein.

Unser Achtsamkeitspraxislehrer Adriaan van Wagensveld meinte einmal während der Ausbildung, das Warten eine gute Gelegenheit ist um Achtsamkeit zu üben und das man für jede Gelegenheit des Wartens dankbar sein sollte. 🙂

Inzwischen läuft der Computer wieder wunderbar mit dem neuen Betriebssystem und auch die Videotelefonie mit dem Liebsten funktioniert wieder einwandfrei. Danke noch mal an Robin, den ich sicher genug genervt habe, auch nach dem Update. 😉

Ja, liebe Leserinnen und Leser des morgenraum, so kann ich jetzt auch wieder meine liebgewonnene Disziplin des Bloggens am Sonntag aufnehmen. Auf dem Handy einen Blog zu schreiben, macht nun wirklich nicht so richtig Spaß. Aber ab jetzt heißt es wieder „Stay tuned…“.

Und noch ein kleines Gedicht zum Abschluß:

Der Engel der Langsamkeit

Ein Engel hat immer für dich Zeit,
das ist der Engel der Langsamkeit-
der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
schenkt die Geduld, die Achtsamkeit,
das Wartenkönnen, das Lang und das Breit.

Er streichelt die Katzen, bis sie schnurren,
reiht Perlen zu Ketten, ohne zu murren.
Und wenn die Leute über dich lachen
und sagen, das musst du doch schneller machen,
dann lächelt der Engel der Langsamkeit
und flüstert leise: Lass dir Zeit!
Die Schnellen kommen nicht schneller ans Ziel.
Lass den doch rennen, der rennen will!

Er sitzt in den Ästen vorn uralten Bäumen,
lehrt uns, den Wolken nachzuträumen,
erzählt vom Anbeginn der Zeit,
von Sommer, von Winter, von Ewigkeit.
Und sind wir müde und atemlos,
nimmt er unsern Kopf in seinen Schoß.
Er wiegt uns, er redet von Muscheln und Sand,
von Meeren, von Möwen und Land.

Ein Engel hat immer für dich Zeit,
das ist der Engel der Langsamkeit.
Der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
hilft beim Verstehen und beim Entdecken,
schenkt die Geduld, Achtsamkeit,
das Wartenkönnen, das Lang und das Breit.

(Jutta Richter)

Om Shanti. Om Frieden,
Ines 🙂

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