Morgenraum

deine tägliche Dosis Inspiration

Nochmal Wut

| Keine Kommentare

20121217-081143.jpg

Nachdem ich letzte Woche Freitag über Wut geschrieben habe, gab es gleich zwei Ereignisse, die viel mit Wut zu tun haben.

Am Samstag fuhr ich mit meiner Liebsten und meinem Kleinsten auf der Autobahn als plötzlich die Fahrerin vor mir anhielt (!) um zwei Fahrzeuge von der Beschleunigungsspur reinzulassen. Nun ist es ja sehr löblich, nett zu anderen zu sein, aber auf der Autobahn anzuhalten ist total gefährlich und daher auch verboten. Gefährlich war die Situation insbesondere für den Kleinen, da er hinten saß und in dem Fall, dass mir jemand hinten drauf gefahren wäre, verletzt worden wäre. Nun muss man, glaube ich, Mutter oder Vater sein, um zu wissen, wie wütend man werden kann, wenn jemand die eigenen Kinder gefährdet. Entsprechend habe ich mich auch aufgeführt. Ich habe die Frau vor mir laut hupend überholt und dabei mit dem Arm wild gewedelt. Man kann also nicht gerade sagen, dass Wut die Gefahr senkt.

Immerhin konnte ich die Frau an einer Ampel nach der nächsten Ausfahrt ansprechen und ihr sagen, warum mich ihr Verhalten so wütend gemacht hat. Sie schaute geknickt und schuldbewusst und da tat es mir fast schon leid, so zu schimpfen. Andererseits bleibt ihr dieses Ereignis sicherlich im Gedächtnis. Es ist nicht einfach mit der Wut.

Wir sollten unsere Wut auf jeden Fall wahrnehmen und uns selbst klarmachen, dass wir wütend sind. Zweitens sollten wir nicht die direkten Reaktionen unseres Körpers und unseres Geistes unterdrücken. Wir sollten uns aber nicht mit unserer Wut identifizieren und uns von ihr forttragen lassen. Denn ungezügelte Wut führt zur Wutspirale. Sich und den anderen offen klar zu machen, dass man wütend ist und warum man wütend ist, ist sehr hilfreich. Es kann dazu dienen, ein Gespräch über das Thema zu initiieren, denn oft liegen die Ursachen der Wut ja ganz woanders und viel tiefer. In den Kommentaren zum letzten Beitrag wurde dafür der Begriff Wutmanagement benutzt.

Morgen schreibe ich über das zweite Ereignis, die Wut der Kinder – etwas mit dem sich Eltern intensiv auseinandersetzen müssen.

Ich wünsche Dir heute, dass Du nur wenig Grund hast, wütend zu sein, und falls doch, dass Du geschickt mit der Wut umgehst.

Liebe & Licht
Martin

Schreibe einen Kommentar