Martin Neumann's Blog

Gemini – die Zwillinge

| 7 Kommentare

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Das auffälligste Merkmal des Sternbilds Zwilling sind seine beiden hellen Sterne Castor und Pollux. Diese wurden in vielen Kulturen mit einem Zwillingspaar in Verbindung gebracht. Ihre Füße baden die beiden Zwillinge in der Milchstrasse an der Stelle an der die Ekliptik die Milchstrasse schneidet. Die Ekliptik ist quasi die Strasse auf der die Planeten über den Himmel wandern. Die Zwilling stehen also sozusagen an einer Strassenkreuzung. Sie sind ebenso wie Orion, Stier und die Hunde am besten im Winter zu sehen.

Aktuell sind die Zwilling sehr leicht hoch am Himmel im Süd-Westen zu finden, da zwischen ihren Beinen der Planet Jupiter als hellster “Stern” am Himmel strahlt.

Mythologie
Das Zwillinge oft unzertrennlich sind, ganz besonders wenn sie aus einem Ei geschlüpft sind, ist allgemein bekannt. Castor und Polydeukes, so der griechische Name des Pollux, waren aber ganz speziell. Sie wurden nämlich als Zwillinge geboren, waren aber von unterschiedlichen Vätern gezeugt. Polydeuke’s Vater war kein geringerer als der Göttervater Zeus und Castor der Sohn des Königs Tyndareus. Und um die Sache noch etwas komplizierter zu machen, kamen mit den beiden Zwillingen auch zwei Zwillingsschwestern auf die Welt. Eine davon war die schöne Helena, um die später der trojanische Krieg vom Zaun brach. Und als wäre das nicht schon verwirrend genug behauptet eine weitere Sage, dass Polydeukes und Helena sogar von einer anderen Mutter als der Königen Leto stammten. Mehr darüber kannst Du beim Sternbild Schwan erfahren. Wir bleiben bei den Zwillingen. Sie waren unzertrennlich und bestritten viele große Abenteuer gemeinsam. Unter anderem fuhren sie auch mit Iason auf dem Heldenschiff Argo mit auf der Suche nach dem goldenen Vlies. Alles hätte so schön sein können, hätten die beiden Brüder sich in ihrer Bruderliebe genügt. Wie das Schicksal so spielt, verliebten sie sich eines Tages in zwei Schwestern, die aber dummerweise schon zwei anderen Freunden, Ida und Lynkeus von ihnen versprochen worden waren. Das Unglück nahm seinen Lauf. Castor wurde von Ida mit dem Speer erlegt, Polydeukes erschlug daraufhin den Lynkeus, und als Ida den Polydeukes töten wollte, wurde er von dessen Vaters Blitz in Asche verwandelt. Polydeukes überlebte als einziger das Gemetzel, aber hatte keine Freude daran. So herzerweichend trauerte er um den toten Bruder, dass er seinen Vater darum bat, ebenfalls in den Hades hinabsteigen zu dürfen, obgleich er schon wegen seiner Herkunft unsterblich war. Das erweichte das Vaterherz, der einen Deal beim Unterweltfürsten Pluto aushandeln konnte: Castor wurde aus dem Hades freigegeben. Allerdings nur für die Hälfte eines Tages. Seitdem verweilen die beiden Zwillingsbrüder einen halben Tag gemeinsam am Himmel und die andere Hälfte steigen sie hinab in den Hades für immer vereint.

clear skies

7 Kommentare

  1. Hallo Martin,

    jetzt kenne ich endlich auch mal die Geschichte, die hinter meinem Geburtssternzeichen steht. .-) Und nach den Zwillingen kann ich heute Abend ganz gezielt suchen.

    Herzliche Grüße
    Ines :-)

  2. Hallo Ines,

    ja, das ist eine schöne, wenn auch traurige Geschichte. Viel Glück beim Finden ;-)

    Liebe Grüße
    Martin

  3. Guten Morgen :) ,
    komischer Weise bin ich immer davon ausgegangen das die Zwillinge weiblich seien, liegt vielleicht daran das meine Frau selbst Zwilling ist.

    Mein Lieblingssternzeichen ist Kassiopeia, ich kenne zwar die Mythologie dahinter nicht, aber irgendwie sieht es aus wie ein W und steht quasi für meinen Nachnamen. Also mein eigenes Sternenbild am Himmel.

    Wenn ich mit dem Hund abends raus gehe, freue ich mich immer wenn wir einen klaren Himmel haben. Es ärgert mich etwas das Bonn zu Hell leuchtet um wirklich in den kompletten Genuss zu kommen, aber trotzdem ist es toll minutenlang in den Himmel zu starren.

    Letztes Jahr in der Heimat Harz (wenig Fremdlicht) hatten wir einen gigantischen klaren Sternenhimmel. Kurz zuvor hatte es geregnet und daher gab es anscheinend weniger Schmutz in der Luft. Man wurde überwältigt von den unzählbar vielen Sternen die man erblicken kann, es war unglaublich und man hatte das Gefühl es wäre Taghell.

    Ich glaube wenn man sieht wie viele Sterne und Planeten es dort draußen gibt fragt man sich, ob nicht noch mehr dort draußen ist. Eine Gegenstelle die uns vielleicht zuwinkt ohne zu wissen das es uns gibt und genauso winken wir um gesehen zu werden und nicht alleine im All zu sein.

    Liebe Grüße

    Robin

  4. Hallo Robin,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Habe mich sehr darüber gefreut.

    Ich war gestern Abend bei einer Diskussionsrunde mit Ralf Krauter, Florian Freistetter und Manfred Gaida in der Bibliothek Köln. Da ging es auch um das Thema Leben im All.

    Nach der Drake-Gleichung http://de.wikipedia.org/wiki/Drake-Gleichung vermuten viele, dass es da draussen ziemlich viel Leben geben muss. Aber natürlich dürfen Wissenschaftler nicht spekulieren, daher bleibt das manchmal etwas trocken.

    Die Frage “Warum hör’n wir dann nix?” hat Paul Hombach super unterhaltsam bei seinem letzten Vortrag erörtert. Siehe auch meinen Beitrag von 7. März.

    Beste Grüße
    Martin

  5. Hi Martin,

    die Formel sieht ja kompliziert aus. Wenn ich das richtig verstehe werden verschiedene Eigenschaften die erdähnlich sind zu einer komplizierten Formel zusammengepackt und am Ende soll eine Wahrscheinlichkeit heraus kommen wie viele Alienplaneten es dort draußen gibt. Also mal so vereinfacht gesagt.

    Ich frage mich ob es dort draußen ggf. Leben gibt was andere Konventionen zum Leben hat als auf der Erde. Leben das nicht ggf. nicht auf Wasser angewiesen ist. Leben in denen Sauerstoff irrelevant ist und ggf. Methan geatmet wird oder ähnliches.

    Das schöne bei solchen Überlegungen ist, sie sind genau so vielfältig wie es Planeten gibt. Wissenschaft braucht glaube ich Regeln um Dinge zu beschreiben um überhaupt Wissenschaft zu betreiben. Also Dinge an denen man festhält um eine Grundlage zu haben etwas zu (er)finden. Spannend, aber natürlich nicht immer richtig.

    Ich habe von Forschung etc 0 Ahnung. Ich lese gerne verständliche News zu all diesen fantastischen Themen und es ist absolut erstaunlich was Menschen herausfinden. Sei es im All oder auch auf der Erde.

    Wie sehen solche Diskussionsrunden aus? Trifft man sich da gezielt zu einem Thema und schwelgt in Ideen und Kreativität?

    “Warum hör’n wir dann nix?” kannst Du ggf. den Beitrag dazu verlinken?

    Liebe Grüße

    Robin

    • Die Diskussion war eine Podiumsdiskussion. Da bleibt man sehr stark bei den Fakten. Aber natürlich gibt es auch hier und da mal Spekulationen. Paul’s Vortrag war leider nur live.

      Beste Grüsse
      Martin

  6. Ein toller Bericht! Hochinteressant und kompliziert zugleich. ;-) Sehr gut und verständlich geschrieben. Super, weiter so!

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